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Ist Bausparen 2022 noch sinnvoll?

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Bausparen – ja oder nein? Sind Bausparverträge „voll 90er“ oder auch 2022 noch eine sinnvolle Art zu sparen? Die Fragen sind berechtigt, denn damals waren 4 % Guthabenzinsen eine Selbstverständlichkeit, heute bewegen sich die Zinsen quasi auf dem Nullpunkt. Doch dies lässt sich auch ins Positive umkehren, indem Sie jetzt durch einen Bausparvertrag niedrige Hypothekenzinsen mit in die Zukunft nehmen und sich vor eventuell höheren Zinsen bei Aufnahme eines Baukredits schützen. Denn dies ist einer der Vorteile des Bausparens: Zinssicherheit.

Lohnt sich Bausparen?

Ja, wenn man sich die Hypothekenzinsen sichert. Mit einem Bausparvertrag werden die Konditionen für ein Darlehen mit der Bausparkasse bei Vertragsbeginn, also weit vor der Auszahlung, verbindlich vereinbart. Damit kann sich der Bausparer gegen steigende Hypothekenzinsen verlässlich absichern.

Wie funktioniert ein Bausparvertrag?

Laut Definition ist ein Bausparvertrag eine Kombination von Sparen und Baufinanzierung. Ist das Sparziel erreicht, hat der Bausparer einen Rechtsanspruch auf Zuteilung einer zweckgebundenen Baufinanzierung für Wohnimmobilien (§ 1 Abs. 2 BauSpkG). Der Bausparvertrag muss mit einer Bausparkasse abgeschlossen werden. Das Darlehen darf nur für wohnwirtschaftliche Zwecke (kaufen, bauen, renovieren etc.) genutzt werden.

Das Prinzip des Bausparens ist einfach: eine Kombination aus Sparen und zinsstabilem Bauspardarlehen, das vor steigenden Marktzinsen schützt. Es gibt eine Anspar-, ein Zuteilungs- und eine Kreditphase. Über mehrere Jahre wird eine Summe Eigenkapital angespart. Ist die Mindestlaufzeit erreicht (Zuteilungsphase), erhält man ein Bauspardarlehen zusammen mit dem angesparten Geld. Es beginnt die Darlehensphase, in der das Geld zu den vereinbarten Konditionen zurückgezahlt wird.

Die Deutschen sind Sparweltmeister und das gilt auch für das Bausparen. So gibt es aktuell knapp 24 Mio. laufende Bausparverträge. Laut Verband der Privaten Bausparkassen wurden 2020 wurden 1,5 Millionen Neuverträge abgeschlossen. Die Bundesbürger vertrauen demnach diesem staatliche geförderten Sparmodell für die Eigenheimfinanzierung auch in Zukunft.

Staatliche Förderungen nutzen

Mit der Wohnungsbauprämie schafft der Staat einen Anreiz für die Anschaffung und Finanzierung von Immobilien. Diese Wohnungsbauprämie kann jeder einkommenssteuerpflichte Bürger ab 16 Jahren in Anspruch nehmen. Für die staatliche Bausparförderung ist ein Bausparvertrag mit einer kleinen Summe ausreichend.

Wohnungsbauprämie 2021 erhöht

Anfang 2021 wurde die Wohnungsbauprämie für Bausparer von 8,8 % auf 10 % auf die Sparleistung erhöht. Damit ist eine jährliche Prämie von maximal 70 Euro für Einzelpersonen und 140 Euro für Verheiratete/eingetragene Lebenspartner möglich. So erhält ein Ehepaar beispielsweise bei einer Spardauer von 7 Jahre 980 Euro vom Staat zurück. Auch die Einkommensgrenzen für den Erhalt der Förderung sind erhöht worden, so dass noch mehr Personen davon profitieren können. Das jährlich zu versteuernde Einkommen darf maximal 35.000 Euro und bei Verheirateten 70.000 Euro betragen. Neben dieser staatlichen Förderung kann ein Bausparvertrag auch für vermögenswirksamen Leistungen, zur Gewährung der Arbeitnehmersparzulage und für Wohn-Riester steuerlich geltend gemacht werden.

Welche Alternativen zum Bausparen gibt es?

Als Alternative gelten Investment-Sparpläne. Hierbei wird regelmäßig eine Summe in Fonds investiert. Im Vergleich zum Bausparen gibt es keine steuerlichen Förderungen und keine Garantien, dafür sind die Renditechancen höher.

Fazit: Bausparverträge sind immer noch sinnvoll

Bausparen ist auch in Zukunft sinnvoll, da hier ein erster Baustein für eine spätere Immobilienfinanzierung gelegt wird. Dies wird von den Banken gerne gesehen.

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